Wir beantragen:
1. Die Stadtverwaltung finanziert für die Sommermonate 2026 und 2027 einen temporären Sonnenschutz für die Beschattung des Marienplatzes (nach dem Vorbild des Sonnenzeltes auf dem Marktplatz während der Fußball-EM 2024) in Höhe von 100.000 €.
2. Die Konzeption des Sonnenschutzes wird in enger Abstimmung mit den Veranstalter*innen, die über den Sommer den Marienplatz nutzen, ausgearbeitet.
3. Die Verwaltung stellt dem Gemeinderat als Entscheidungsgrundlage einen Vergleich zwischen Mietkosten und Kaufkosten (Anschaffungs- und Lagerungskosten) eines entsprechenden Sonnenschutzes in der 1. Lesung zur Verfügung.
Begründung:
Durch den Klimawandel nimmt die Hitze im Sommer immer stärker zu. Studien zeigen, dass sich Stuttgart im Vergleich zu anderen Städten in Zukunft besonders stark erwärmen wird. Diese Hitzebelastung ist in Stuttgarter Sommern bereits jetzt für die Bevölkerung spürbar. So ist der Aufenthalt auf dem Marienplatz in den Mittagsstunden nicht dauerhaft möglich, ohne sich einer Gesundheitsgefährdung auszusetzen.
Weder aus Klimaschutzgesichtspunkten noch im Sinne eines sozialen Miteinanders kann sich Stuttgart einen großen leeren versiegelten Platz mitten in der Stadt leisten. Der Marienplatz gilt als einer der zentralsten und am stärksten frequentierten konsumfreien Treffpunkte unserer Stadtgesellschaft. Damit dieser auch im Sommer allen Stuttgarter*innen offensteht, muss zumindest eine Schatteninsel vorübergehend auf dem Platz geschaffen werden, bis in Zukunft ggf. Lösungen zur innovativen oder natürlichen Begrünung des Platzes gefunden werden.
Da die Verschattung aufgrund des Untergrunds sowie der Nutzung des Platzes durch Veranstalter*innen und Märkte nicht trivial ist, schlagen wir die Anmietung oder Anschaffung einer temporären Überdachung nach dem Vorbild der Beschattung des Marktplatzes während der Fußball-EM 2024 vor.
Diese Verschattungsstruktur würde den offenen Charakter des Platzes erhalten und Veranstaltungen auf dem Platz weiterhin ermöglichen. Diese Veranstaltungen als auch Märkte könnten von der vorgeschlagenen Beschattungsstruktur sogar insoweit profitieren, dass kein zusätzliches Beschattungskonzept durch die Veranstalter*innen notwendig wäre.
Der Antrag sieht zunächst die temporäre Anschaffung eines Sonnenzeltes für zwei Sommer in Höhe von jeweils 50.000 € vor. Die zuständigen Ämter werden gebeten in der 1. Lesung zu den Kosten einer dauerhaften Anschaffung des Sonnenzeltes durch die Stadt Stellung zu beziehen. Insbesondere soll dem Gemeinderat ein Vergleich zwischen Mietkosten und Kaufkosten (inklusive Lagerungskosten) dargestellt werden.
