Die Fokusthemen von Stadtrat Christoph Ozasek (KLIMALISTE) im Doppelhaushalt 2026/2027

Der neue Doppelhaushalt 2026/2027 zwingt Stuttgart zum Sparen und stellt die Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft vor enorme Herausforderungen. Für uns steht jedoch fest: Beim Klimaschutz darf die Stadt nicht auf die Bremse treten. Denn Klimaschutz ist keine Zusatzaufgabe, sondern eine Grundlage für Lebensqualität, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit. Wer heute in Begrünung, Kühlung und nachhaltige Stadtentwicklung investiert, spart morgen doppelt: Und zwar an Energie, an Folgekosten und an Krisen.

Wir kämpfen seit Jahren für eine ökologische Stadtentwicklung und setzen uns auch im neuen Haushalt dafür ein, dass die zahlreichen Klimaprojekte der vergangenen Jahre nicht versanden, sondern verstetigt werden. So braucht es eine Verstetigung der Beratungsstelle Serielles Sanieren beim Energieberatungszentrum Stuttgart (EBZ), um die Wärmewende im Gebäudebestand voranzubringen. Sie koordiniert innovative Sanierungsmethoden, mit denen Gebäude schnell und ressourcenschonend auf Klimastandard gebracht werden. Damit der von PULS initiierte Hitzeaktionsplan langfristig Wirkung entfalten kann, müssen außerdem die dafür geschaffenen Stellen im Gesundheits- und Umweltbereich entfristet werden. Die Hitze bleibt, also braucht auch der Schutz davor Kontinuität.

Klimaschutz bedeutet für uns auch eine Investition in die gelebte Stadtkultur. Projekte wie die „Essbaren Stadt – Kleine Wildnis Hedelfingen“ fördern nicht nur Stadtgrün, sie zeigen auch, wie gemeinsames Gärtnern Nachbarschaften stärkt und die Umweltbildung voranbringt. Wir wollen dieses Projekt verstetigen und Urbanes Grün in allen Stadtteilen beschleunigen: Daher beantragen wir eine mobile Gartenwerkstatt als rollenden Lernort für Klimaschutz, direkt in den Quartieren.

Die kommunale Baumschule, die wir im Haushalt verankern wollen, ist für uns ein wahres Zukunftsprojekt. Denn mit steigenden Hitzebelastungen wird die Auswahl robuster Baumarten immer wichtiger. Mit einer kommunalen Baumschule nimmt die Stadtgärtnerei von Beginn an durch eine nachhaltige Pflanzenzucht Einfluss auf die Qualität der Bäume und stellt dadurch ihre Klimaresilienz sicher.

Sparen ja – aber bitte mit Weitsicht

Auch bleiben wir weiterhin an der Kreislaufwirtschaft dran: Eine Machbarkeitsstudie für einen Pyrolyse-Reaktor soll prüfen, wie Stuttgart künftig aus Bioabfällen Pflanzenkohle herstellen kann. In Kombination mit dem geplanten Ausbau des Betriebsstandorts Logauweg, wo Baumschule, Pyrolyse und Ausbildungseinrichtungen des Garten-, Friedhofs- und Forstamts gebündelt werden könnten, sehen wir die Chance, ein ökologisches Vorzeigeprojekt für die Stadt zu schaffen.

Auch am Wasser zeigt sich für uns, was Klimaanpassung konkret bedeuten kann: Mit Projekten wie der Neckarinsel oder dem „Neckarbädle“, einem schwimmenden Lern- und Freizeitbecken auf dem Neckar, wollen wir den Fluss als Lebensraum und Erlebnisort in der Stadt etablieren.

Mehr Sicherheit für Fußgänger*innen und Schüler*innen wollen wir durch eine verbesserte Parkraumüberwachung mithilfe von Scan-Cars erreichen. Dadurch wird eine effektivere Kontrolle von Falschparkenden, insbesondere an Schulwegen und Kreuzungen, ermöglicht.

Finanziell setzen wir auf eine klare Linie: ökologische Lenkung und solide Haushaltsführung müssen Hand in Hand gehen. So wollen wir die Einführung einer Verpackungssteuer, um Einwegverpackungen zu reduzieren, und plädieren für die Einführung der Bettensteuer. Der Mobilitätspass, der Autofahrende stärker an der Finanzierung des ÖPNV beteiligt, ist ein weiterer Schritt zu einer gerechten und zukunftsfähigen Stadtfinanzierung.

Mit unseren Anträgen für den Doppelhaushalt 2026/2027 zeigen wir, dass konsequenter Klimaschutz auch unter finanziellen Einschränkungen möglich ist, wenn man bereit ist, bestehende Strukturen zu sichern, Innovation zu fördern und die Stadt von morgen schon heute zu gestalten.

Alle Anträge und die weiteren Haushaltsschwerpunkte unserer PULS-Stadträt*innen findet ihr hier!