Wir beantragen:
Für die anstehende Sanierung von Ingenieurbauwerken entlang der B14 in der Stuttgarter Innenstadt wird noch in 2025 ein Werkstattverfahren durchgeführt, mit dem Ziel, eine integrierte Planungsperspektive zu entwickeln.
Das Werkstattverfahren soll unter Federführung des Tiefbauamts und unter Beteiligung des Amts für Stadtplanung und Wohnen, des Amts für öffentliche Ordnung sowie unter Mitwirkung des Gemeinderats, der Sachkundigen Einwohner*innen aus dem Beirat Mobilität, der SSB, der Bezirksvorsteher*innen von Süd, Mitte und Ost sowie des Büros asp durchgeführt werden.Die Verwaltung unterbreitet dem Gemeinderat zeitnah einen Vorschlag.
Begründung:
Verbunden mit den anstehenden Großprojekten zur Revitalisierung technischer Bauwerke in Stuttgart eröffnen sich Chancen, im Zuge der Erneuerung bzw. Sanierung bestehender Brücken, Tunnels und Unterfahrungen in das vom Gemeinderat in zahlreichen Beschlüssen gefasste verkehrs- und stadtplanerische Zielbild hineinzuwachsen sowie mittels Neuaufteilung der Verkehrsflächen Mängel in der Netzqualität des Umweltverbunds zu beseitigen.Der Handlungsbedarf bei Bauwerken aus der Nachkriegsära ist hoch. Allein 15 Großprojekte mit einem Finanzvolumen von 500 Millionen Euro in den kommenden 10-15 Jahren betreffen die Innenstadt, bzw. zuführende Bundesstraßen.
Insbesondere der Verkehrsfluss auf der B14 wird durch Sanierungsmaßnahmen am Heslacher Tunnel (2028), dem Charlottenplatz (2030) und Wagenburgtunnel (2030), sowie der König-Karl-Brücke (2031) stark beeinträchtigt. Durch ein koordiniertes und auf das planerische Zielbild abgestimmtes Vorgehen bei der Sanierung/Instandsetzung verbindet sich die Chance, schnelle Erfolge im Hinblick auf den „Neuen Stadtraum B14“ zu erzielen, indem Zuläufe und Bauwerke mit der vom Gemeinderat gefassten Prämisse einer Reduzierung der Verkehrsfläche für den MIV um 50 % (vgl. GRDrs 824/2022 bzw. Antrag 84/2023) hergestellt, bzw. dergestalt saniert werden, dass Folgeschritte zur Umnutzung von Fahrspuren für den Umweltverbund, ohne aufwändige erneute Umbauten, ergriffen werden können.
Auch der vom Gemeinderat gewünschte Umsetzungsschritt des autofreien Wilhelmsplatzes in Mitte wäre in diesem Zuge realisierbar, ebenso die Umnutzung einer Fahrspur zwischen Österreichischem Platz und Heslacher Tunnel (vgl. Antrag 84/2023), genauso wie die Herstellung eigener Fahrwege für die SSB-Verkehre, durch Busspuren/Schleusen zur Stabilisierung der Umläufe und Bedienqualität. Auch die lange angemahnte Realisierung der Hauptradrouten und Radschnellwege in geeigneter Führungsform an den Ingenieursbauwerken wäre ein entscheidender Schritt, um bis 2030 insgesamt 25 Prozent des Quell-, Ziel- und Binnenverkehrs auf dem Fahrrad abbilden zu können.
