0485/2025 AN | Public Viewing zum DFB-Pokalfinale muss für die Stadt kostendeckend sein

Wir beantragen:

  1. Die Verwaltung berichtet aufgrund des Eilbedarfs im nächsten beschließenden Ausschuss zu folgenden Punkten:
    • a. Welche Flächen in der Stadt sind für ein Public Viewing des DFB-Pokalfinals grundsätzlich geeignet?
    • b. Für wie viele Besucher*innen sind die jeweiligen Flächen maximal ausgelegt und mit welchen Kosten (inklusive Folgekosten) ist ein Public Viewing auf der jeweiligen Fläche verbunden?
    • c. Auf welcher Fläche kann ein Public Viewing am kostengünstigsten organisiert werden?
    • d. Die Verwaltung berichtet, mit welchem Konzept und mit welchen Eintrittspreisen das Public Viewing zum DFB-Pokalfinale 2007 auf dem Cannstatter Wasen organisiert wurde?
    • e. Die Verwaltung berichtet, aus welchen Gründen zum DFB-Pokalfinale 2013 kein Public Viewing in Stuttgart organisiert wurde?
  2. Die Verwaltung setzt folgende Beschlussvorlagen auf die Tagesordnung des nächsten beschließenden Ausschusses:
    • a. Der Gemeinderat beschließt, dass ein mögliches Public Viewing zum DFB-Pokalfinale am 24.05.2025 in Stuttgart nur unter der Bedingung, dass die Veranstaltung für die Stadt kostendeckend organisiert wird, stattfinden kann.
    • b. Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, generell ein Konzept für Public Viewing Veranstaltungen auf dem Cannstatter Wasen auszuarbeiten, dass bei kurzfristigem Bedarf jeweils als Entscheidungsgrundlage dem Gemeinderat vorgelegt werden kann.

Begründung:

Fußballbegeisterte unserer Stadt und alle VfB-Fans freuen sich auf das anstehende DFB-Pokalfinale zwischen dem VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld, das am 24.05.2025 in Berlin stattfindet.

Da es vielen Fans nicht möglich sein wird, direkt am Finale im Berliner Olympiastadion teilzunehmen, ist der VfB Stuttgart derzeit im Gespräch mit der Stadtverwaltung, inwieweit auf einer Fläche in Stuttgart ein Public Viewing zum Pokalfinale organisiert werden kann.

Die Stadt und der VfB haben mit entsprechenden Großveranstaltungen in den letzten zwei Jahrzehnten bereits Erfahrungen gesammelt. Das Meisterfinale 2007 wurde direkt auf dem Schlossplatz übertragen, konnte aber aufgrund begrenzter Plätze von vielen Fans nicht wahrgenommen werden und war mit einem hohen Reinigungsaufwand im Nachhinein verbunden. Das DFB-Pokalfinale 2007 wurde ebenfalls per Public Viewing auf dem Cannstatter Wasen übertragen. Besucher*innen mussten hierfür Tickets kaufen, die u. a. einen Verzehrgutschein enthielten. Das DFB-Pokalfinale 2013 wurde dagegen nicht per Public Viewing in Stuttgart übertragen.

Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass ein Public Viewing nur mit Kosten im hohen sechsstelligen Bereich organisiert werden kann. Dem gegenüber steht die vom Oberbürgermeister und Finanzbürgermeister in den vergangenen Wochen wiederholt kommunizierte schwierige Haushaltslage der Stadt. Bereits jetzt müssen alle Ämter Kosten einsparen. Die Stadtgesellschaft, zivilgesellschaftliche Initiativen, kulturelle Betriebe und soziale Einrichtungen schauen deshalb aktuell mit Fragezeichen auf die anstehenden Haushaltsverhandlungen im Herbst 2025 und haben das berechtigte Interesse, dass die knappen Gelder bedarfsgerecht und nicht im Vorhinein einseitig verteilt werden.

Unter dieser Prämisse ist für uns klar, dass ein Public Viewing zum DFB-Pokalfinale nur stattfinden kann, wenn es über den VfB Stuttgart, Sponsoren und ein Ticketing kostendeckend für die Stadt organisiert werden kann.

Wir sehen hier insbesondere den VfB Stuttgart in der sozialen Verantwortung, eine entsprechende Veranstaltung niederschwellig für alle Interessierten zu organisieren. Der VfB Stuttgart nimmt mit der Teilnahme am DFB-Pokalfinale mehrere Millionen Euro ein. Zudem profitiert der VfB Stuttgart seit dieser Saison enorm von der Modernisierung der Haupttribüne des Stadions, die mit hohen zweistelligen Millionensummen von der öffentlichen Hand mitfinanziert wurde. Allein mit dem in der Haupttribüne enthaltenen neuen Businessbereich erwirtschaftet der VfB einen Mehrumsatz pro Saison von über 17 Millionen Euro.

Unabhängig von den jetzigen Überlegungen und Planungen möchten wir zudem die Stadtverwaltung beauftragen, ein generell tragfähiges Konzept für Public-Viewing-Veranstaltungen auf dem Cannstatter Wasen zu auszuarbeiten, damit dem Gemeinderat zukünftig kurzfristig Entscheidungsgrundlagen für Public Viewings vorgelegt werden können.