0517/2025 AN | Einführung eines integrierten und digitalisierten Baustellenmanagements in Stuttgart

Wir beantragen:

Der Gemeinderat möge beschließen:

  1. Einführung eines integrierten und digitalisierten Baustellenmanagementsystems, das alle relevanten Akteure – einschließlich Leitungsträger, Telekommunikationsunternehmen (TKU), Straßenbaulastträger sowie Verkehrs- und Grünplanungsstellen – in einer zentralen digitalen Plattform zusammenführt.
  2. Umsetzung eines digitalen Zwillings der städtischen Infrastruktur, um eine umfassende Planung und Überwachung von Bauvorhaben zu ermöglichen.
  3. Integration einer Kollisionsprüfung, die zeitliche und räumliche Überschneidungen von Bauvorhaben identifiziert und verhindert.
  4. Aufnahme von Modulen zur Verkehrs- und Grünplanung, um negative Auswirkungen auf den Verkehrsfluss (insbesondere den Busverkehr) zu minimieren und stadtökologische Belange zu berücksichtigen.
  5. Prüfung und Integration von künstlicher Intelligenz (KI) zur Optimierung von Planung, Abstimmung und Koordination der Bauvorhaben.
  6. Entwicklung und Umsetzung unter Berücksichtigung von Best-Practice-Lösungen anderer Kommunen, insbesondere Dortmund, die bereits erfolgreich innovative Baustellenmanagementsysteme implementiert haben.
  7. Einbindung aller betroffenen Stakeholder in den Planungsprozess, um die Akzeptanz und Effizienz des neuen Systems zu erhöhen.

Die Verwaltung prüft mögliche Zuschüsse aus Landes- und Bundesprogrammen sowie EU-Fördermittel.

Begründung:

Die aktuelle Baustellenkoordination in Stuttgart führt häufig zu unnötigen Verkehrsbehinderungen, ineffizienten Tiefbauprozessen und erhöhten Kosten durch mangelnde Abstimmung der Akteure. Exemplarisch nennen wollen wir die Situation in Gablenberg in Stuttgart-Ost, wo zum Leidwesen der Menschen im Stadtteil seit über drei Jahren Tiefbaumaßnahmen stattfinden, mit regelmäßiger Kappung der wichtigsten Innenstadtbuslinie 42, zusätzlichen Verkehrsbehinderungen und der Belastung durch den Baubetrieb.

Die Einführung eines integrierten und digitalisierten Baustellenmanagements könnte folgende Vorteile bringen:

• Verbesserung des Verkehrsflusses: Die Koordination aller Bauvorhaben auf einer zentralen Plattform reduziert Behinderungen, insbesondere für den öffentlichen Busverkehr.

• Zeitersparnis durch koordinierten Tiefbau: Gleichzeitig durchgeführte Baumaßnahmen verschiedener Leitungsträger minimieren die Bauzeiten.

• Dauerhafte Kostenersparnis: Synergieeffekte und die Vermeidung redundanter Arbeiten senken langfristig die Kosten für die Stadt und die beteiligten Akteure.

Angesichts der Ausbaupläne für Wärmenetze gemäß der kommunalen Wärmeleitplanung sowie der Notwendigkeit der Ertüchtigung und Erneuerung der Stromnetze ist eine Koordinierung der Tiefbaumaßnahmen zwingend erforderlich.

Innovative Ansätze wie in Dortmund zeigen, dass der Einsatz eines digitalen Baustellenmanagementsystems und eines digitalen Zwillings deutliche Verbesserungen in der Planung und Umsetzung von Bauvorhaben bewirken kann. Das Referat SOS soll sich dieser integrierten Vorbilder bedienen und aufzeigen, wie dies auf Stuttgart übertragen werden kann.

Die Nutzung von KI eröffnet zudem neue Möglichkeiten, komplexe Datenmengen zu analysieren und optimale Lösungen zu finden.

Durch diesen Ansatz wird Stuttgart Vorreiter für eine moderne, vernetzte und nachhaltige Infrastrukturplanung.