Wir fragen an:
1. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt realisiert eine kommunale Baumschule im Zuge der Weiterentwicklung des Betriebsstandortes der Stadtgärtnerei am Logau-Weg.
2. Die Verwaltung stellt in der 1. Lesung die Ergebnisse der im Doppelhaushalt 2020/2021 beschlossenen Machbarkeitsstudie zur kommunalen Baumschule vor.
3. Die Verwaltung beziffert, mit welchen Haushaltsmitteln (Planung und Gestaltung) die Baumschule realisiert werden kann und welche jährlichen Kosten durch eine kommunale Baumschule dauerhaft eingespart werden können.
Begründung:
Unsere Stadt braucht mehr, nicht weniger und vor allem gesunde Bäume. Diese leiden in einer Großstadt unter zahlreichen Stressfaktoren wie Tiefbau, Verkehr oder Trockenheit.
Durch den Klimawandel ist unsere Stadt von Jahr zu Jahr durch stärker werdende Hitze bedroht. Davon sind auch unsere Stadtbäume betroffen. Gleichzeitig sind die grünen Schattenspender unser stärksten Schutzschirme gegen die Hitze. Die natürliche Abkühlung durch Bäume im öffentlichen Raum ist nicht gleichwertig durch Bauten, Dächer oder Sonnensegel ersetzbar. Umso wichtiger ist es, dass unsere Stadt eine klare Strategie zum Erhalt und zur Neupflanzung von Bäumen verfolgt.
Dank der Initiative von PULS konnte im Doppelhaushalt 2024/2025 erstmals ein Budget für Grünsanierung verankert werden, das u. a. dazu genutzt werden kann, im Stadtgebiet viele neue Baumquartiere herzustellen. Doch neben Geld braucht es vor allem eine qualitative Baumpflege, die bereits bei der Anzucht beginnt. Stuttgart braucht zukünftig klimaresistente Stadtbäume, die den Umweltbedingungen vor Ort Stand halten.
Der Ankauf ist immer mit dem Risiko verbunden, dass keine ausreichende Qualität geliefert wird oder die Jungbäume nicht unter den Bedingungen vor Ort gewachsen sind und in der neuen Umgebung nicht gedeihen. Eine kommunale Baumschule minimiert diese Risiken, da die Stadtgärtnerei von Beginn an durch eine nachhaltige Pflanzenzucht Einfluss auf die Qualität der Bäume nehmen kann. Gleichzeitig können durch die Pflanzenzucht vor Ort weitere Kompetenzen in der Stadtgärtnerei für eine ganzheitliche Baumpflege geschaffen werden.
Die Stadt München betreibt bereits seit mehr als 80 Jahren eine städtische Baumschule und versorgt heute das Stadtgebiet mit jährlich 2.000 Bäumen für entsprechende Ersatz- und Neupflanzungen. Diesem Vorbild soll Stuttgart folgen.
Mit dem Doppelhaushalt 2020/2021 hat der Gemeinderat bereits eine Machbarkeitsstudie für eine kommunale Baumschule in Höhe von 50.000 € beauftragt (GRDrs 573/2019 / Antrag 641/2019 / Niederschrift 1. Lesung am 22.11.2019, lfd. Nr. 94). Diese Ergebnisse sollen nun dem Gemeinderat in der 1. Lesung zur Entscheidungsfindung präsentiert werden.
