0750/2026 AN | Wasser rettet leben: Trinkwasserversorgung im öffentlichen Raum an Hitzetagen sicherstellen

Wir fragen an:

Die Stadtverwaltung informiert den Gemeinderat vor der Sommerpause über die aktuelle Trinkwasserversorgung im öffentlichen Raum sowie Weiterentwicklungspotentiale:

1. Sichtbarkeit

a. Mit welchem Konzept wird aktuell im Stadtgebiet die Sichtbarkeit von öffentlichen Trinkbrunnen und Wasserspendern sichergestellt?

b. Mit welchen kreativen und kostengünstigen Mitteln kann die Sichtbarkeit kurz- und mittelfristig verbessert werden?

2. Funktionalität

a. Die Stadtverwaltung stellt dem Gemeinderat eine Übersicht zur Verfügung, welche Trinkbrunnen und Wasserspender aktuell nicht nutzbar sind oder im laufenden Jahr über einen bestimmten Zeitraum nicht nutzbar waren (Angabe des jeweiligen Wartungshorizonts).

b. Inwieweit stellt die Verwaltung an Hitzewarntagen durch ausreichende Wartungsintervalle sicher, dass Defekte bei Trinkbrunnen und Wasserspendern schnellstmöglich behoben werden?

3. Evaluation

a. Inwieweit wird die Verwaltung über Notfälle wegen mangelnder Wasserversorgung im öffentlichen Raum informiert und auf welche Weise analysiert die Verwaltung diese Notfälle?

Begründung:

Die aktuelle Hitzewelle zeigt deutlich, wie stark Hitze in unserer Stadt zunehmend zu einer konkreten gesundheitlichen Gefahr für Menschen im öffentlichen Raum wird. Wer an heißen Tagen unterwegs ist, im Freien arbeitet, Kinder begleitet, auf Bus und Bahn wartet, älter oder gesundheitlich vorbelastet ist oder keinen einfachen Zugang zu privaten Innenräumen hat, ist in besonderer Weise auf gut erreichbares Trinkwasser angewiesen. Das Olgahospital des Klinikums Stuttgart berichtet z. B., dass in den vergangenen Tagen vermehrt Kinder wegen hohem Flüssigkeitsmangel in der Notaufnahme behandelt werden mussten.

Es ist daher wichtig, dass Menschen im öffentlichen Raum – insbesondere bei drohender Dehydrierung – Trinkbrunnen und Wasserspender schnell aufsuchen können. Eine Trinkwasserstelle hilft nur dann, wenn sie im Alltag schnell gefunden wird, sichtbar gekennzeichnet ist und funktioniert. Die Verwaltung muss dies im Sinne des Gesundheitsschutzes für die Menschen unserer Stadt sicherstellen.

Im Vergleich zu anderen Städten fällt auf, dass sowohl die Wegeführung zu als auch die Sichtbarkeit von Trinkwasserspendern in Stuttgart noch unter dem Radar fliegt, vor allem wenn Menschen der konkrete Trinkwasserspot nicht bekannt ist. Nürnberg nutzt beispielsweise in der Innenstadt Wegeschilder zu Trinkwasserbrunnen, die sie u. a. ressourcenschonend an bestehende Masten von Straßenschildern anbringen. Positiv in Stuttgart ist, dass Trinkwasserspender mehr und mehr ein einheitliches Design erhalten. Dadurch wird der Wiedererkennungswert gesteigert. Andererseits fehlt jegliche Signalfarbe und die Größe der Wasserspender ist z. B. im Vergleich mit der Stadt Wien eher klein, so dass diese aus der Ferne nur schwer wahrgenommen werden können. Auch historische Trinkbrunnen sind meist nicht ausreichend sichtbar beschildert. Gerade bei drohender Dehydrierung ist es aber notwendig, dass Wasserspender auch von Menschen im desorientierten Zustand auffindbar sind. Wir wollen daher von der Stadtverwaltung wissen, welches Konzept bisher zu Sichtbarkeit und Wegeführung verfolgt wird und wie dieses Konzept kreativ und kostengünstig weiterentwickelt werden kann, z. B. über Wegemarkierungen auf dem Boden und Signalfarben.

Ebenso wichtig ist eine klare Wartungsstrategie, damit Defekte insbesondere an Hitzewarntagen schnell erkannt und behoben werden. Unter dem Instagram-Post zu Trinkbrunnen von Oberbürgermeister Nopper vom 18.06.2026 fällt auf, dass sich zahlreiche Menschen aus unterschiedlichen Stadtteilen (von Weilimdorf über Stuttgart-Ost bis nach Möhringen) in den Kommentaren darüber beschweren, dass Trinkbrunnen nicht funktionieren. Einige Trinkbrunnen sollen laut Aussage von Bürger*innen dieses Jahr noch überhaupt nicht in Betrieb genommen worden sein, was in der aktuellen Hitzewelle fatal ist und die Frage aufwirft, ob sich die Stadtverwaltung ausreichend auf Hitzewellen im Sommer vorbereitet hat. Wir wollen daher eine Aufklärung durch die Stadtverwaltung zur aktuellen Funktionalität der Trinkbrunnen.

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